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Angst vor dem Tod

Der Tod und die Angst

In der Psychologie sind verschiedene Angststörungen bekannt, eine davon ist die Angst vor dem Tod. Diese wird in der Fachsprache „Thanatophobie“ bezeichnet und betrifft viele Menschen weltweit. Hierbei handelt es sich aber nicht nur um Ängste, die am Lebensende auftreten, wenn der Sensenmann vor der Tür wartet. In allen Lebensphasen kann die Angst auftreten und Beschwerden für den Betroffenen sowie die Angehörigen produzieren.

Zwanghafte Gedanken, Panik-Attacken und Unsicherheit

Die Angst vor der eigenen Sterblichkeit wird „Thantaphobie“ genannt, während als „Necrophobie“ die Angst vor Sterbenden oder toten Lebewesen bezeichnet wird. Die Angst vor Sterbenden ist in unserer westlichen Gesellschaft weit verbreitet und ein Tabu.

Angst vor dem TodBeiden Ängsten ist gemein, dass sie eine große Furcht vor dem Unbekannten darstellen.
Der Tod ist dabei das mystische Fremde, die Angst ist damit begründet Neuland zu betreten, also Erfahrungen jenseits des Bekannten und Sicheren zu machen.

Die Ängste sind ganz natürlich am Lebensende, wenn für einen alten Menschen der Tod naht. In dieser Zeit nimmt oft die Unsicherheit auf Grund des fortschreitenden Todesprozesses sowieso zu.

In jedem Fall sollte man sich der Angst vor dem Tod stellen und versuchen zu ergründen, warum gerade die Furcht vor dem Tod eine Angst- und Panik-Attacke oder zwanghafte Gedanken hervorruft. Oftmals liegen die Ursachen schon weit in der Vergangenheit der einzelnen Betroffenen.

Bei Angststörung: Tagebuch der Angst vor dem Tod

Um sich einmal selbst zu beobachten und mehr über die Angst vor dem Tod zu erfahren, macht es Sinn ein Tagebuch zu führen. Wann denken Sie an die Todesangst, wie stark ist die Angst zum jeweiligen Zeitpunkt, und in welcher Situation befinden Sie sich gerade. Eine genaue Aufzeichnung hilft, die Ängste zu analysieren und letztendlich zu überwinden.

Die einfache Frage, was genau los war, als die Angst kam, ist dabei der Schlüsselpunkt. Die Angst kann auf einer Skala von 1 bis 10 eingeteilt werden. 1 wäre zum Beispiel harmlos, 10 wäre unaushaltbar. Damit hat man schon 2 Kategorien eingeführt, wie die Angst beschrieben werden kann.

Hinweis: Am Beginn ist es vielleicht gar nicht einfach, dort genau hinzuschauen. Schon das Hinschauen ängstigt. Mit einem Therapeuten ist es leichter, diese Situationen aufzuarbeiten, das Angsttagebuch kann jedoch auch schon als Vorstudie für die Behandlung erstellt werden. Damit lernen Sie sich und ihre Situationen besser kennen.

Weit verbreitet – Angst vor dem Tod

Panikattacke NachtsSeit Menschen denken können, ist auch die Angst vor dem Tod und dem Sterben ein Thema ihrer Selbstreflexion.

Unterschiedliche Religionen und Kulturen haben darauf ganz verschiedene Antworten gefunden, jedoch sind diese Ängste auch immer individuell. Es kommt darauf an, was ein Mensch in seinem Leben bereits erlebt hat: Verlusterfahrungen zum Beispiel können ein Grund für die Angst vor dem Tod sein, oder aber ein traumatisches Erlebnis mit dem Unberechenbaren.

Genauer kann den Ursachen in einer Psychotherapie nachgegangen werden. Es ist dabei keine Schande, sich wegen der Angst vor dem Tod an einen Fachexperten zu wenden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Vielmehr wird das eigene Leben leichter und die Angst kann geheilt werden. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedlich anfällig für die Angst vor dem Tod sind.

Die Angst vor dem Tod und die Gelehrten

Es gibt viele philosophische Abhandlungen über den Tod. Bei den Griechen, Römern bis heute haben sich zahlreiche Intellektuelle mit diesem Thema auseinandergesetzt. Der
existentialistische Philosoph Jean-Paul Sartre war der Auffassung, dass wir deshalb vor dem Tod Angst haben, weil er von Außen kommt und uns komplett in etwas Äußerliches verändert. Er sah deshalb im Prozess des Todes die radikalste Form des Unvorstellbaren. Sartre argumentiert, dass der Tod unseren lebendigen Körper zurücktransformiert in die Nicht-Menschlichkeit. Aus dieser seien wir auch gekommen.

Angst vor dem Tod – Hilfe für Angehörige

Hat eine nahestehende Person Angst vor dem Tod und äußert sich dies in Symptomen wie Panik-Attacken, Alpträumen, Schweißausbrüchen, Flashbacks oder Depression, kann der Betroffene langsam an die Situation herangeführt werden eine Psychotherapie zu beginnen. Mit der Zeit wird sich der Patient in der Psychotherapie sogenannte Skills erarbeiten, mit denen er/sie sich bei der Angst vor dem Tod selbst helfen kann. Als Angehöriger kann man dabei den Betroffenen oft gut unterstützen.


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