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Angst vor der Angst

Die Angst vor der Angst verstehen lernen

Eine Angststörung ist nicht selten, viele Menschen leiden darunter. Leider sind aber die wenigsten Menschen mit einer Angst-Störung in Behandlung, was allerdings von Wichtigkeit wäre. Nur so kann die Angst vor der Angst nachhaltig beseitigt werden. Diese ist auch als Erwartungsangst bei der Angststörung bekannt. Was genau ist die Angst vor der Angst und wie kann diese in den Griff bekommen werden? Wir möchten gerne einige wichtige Informationen bieten.

Die Angst vor der Angst

Wer eine Angststörung vorweist, oder auch Panikattacken, muss sich mit der Angst vor der Angst beschäftigen. Diese Angst tritt schon vor den Panikattacken ein. Die Betroffenen beobachten ihren Körper und achten auf die kleinsten Symptome.

Angst vor der AngstErwartungsangst ist das richtige Wort, denn Betroffene erwarten die Panik und nehmen jedes Symptom des Körpers wahr, das diese Angst noch weiter schürt. Bei vielen Patienten kann die Angst vor der Angst so schlimm werden, dass die Betroffenen noch nicht einmal mehr das Haus verlassen oder bestimmte Situationen meiden, um die Panikattacken zu vermeiden. Dabei wäre es der erste wichtige Schritt, die Angst vor der Angst zu bekämpfen. Denn während eine Panikattacke nur wenige Minuten dauert, höchstens eine halbe Stunde, kann die Erwartungsangst den ganzen Tag andauern, weil man einfach auf jedes Symptom lauert. Was verständlich ist, denn immerhin möchte man die Panikattacken nicht mehr durchlaufen, weil diese lähmend wirken.

Kurz und knapp kann man sagen, dass die Angst vor der Angst entsteht, weil der Betroffene seinen Körper ständig beobachtet, um eine Panikattacke schnell zu erkennen. Jedes vermeintliche Symptom wird ernst genommen, weil die Erwartungsangst groß ist. Dadurch entsteht eine enorme Belastung und aufgrund der vielen Symptome, die Betroffene wahrnehmen, werden immer mehr Situationen gemieden. Ein Teufelskreis beginnt, aus dem man nur selten von alleine herausfinden wird. Das öffentliche Leben wird meist gemieden und dies kann Verluste bedeuten. Zwischenmenschliche Kontakte bleiben auf der Strecke, Hobbys, der Job und das Wohlgefühl.

Angst vor der Angst- diese Symptome werden oft wahrgenommen

Die Angst vor der Angst bedeutet ständige Alarmbereitschaft und ein enormer Stresszustand, der selten abnehmen wird. Die dauerhafte Belastung ist im Grunde schlimmer als die Panik selbst. Betroffene fürchten die Panik und ihre Symptome, lösen diese aber mit der Erwartungsangst aus.

Was tun bei PanikattackenDie Symptome sind recht verschieden. Nicht bei jedem Menschen sind diese gleich. Manche Menschen leiden an Schweißausbrüchen und Luftnot. Andere wieder an Herzrasen, dem Gefühl zu ersticken und nicht schlucken zu können. Symptome, die sehr extrem ausfallen, so dass viele Patienten sogar glauben, einen Herzinfarkt zu bekommen oder einen Schlaganfall zu erleiden. Oft ist es so, dass zu Beginn dann direkt der Arzt aufgesucht wird. Er muss sich einfach irren, denn die Symptome sind da und unerträglich. Findet der eine Arzt nichts, wird die Praxis gewechselt.
Später dann, beginnt der Rückzug. Die Ärzte können nicht helfen, die Symptome werden schlimmer, daher wird die Wohnung nur noch selten verlassen. Die Lebensqualität wird eingeschränkt und das so, dass die meisten Menschen sogar Angst haben, die Wohnung verlassen zu müssen.

Die anfänglichen Symptome, wie schwache Beine, Herzstolpern, Herzrasen, Druck auf dem Brustkorb, Taubheitsgefühle, Luftnot, Schweißausbrüche, Übelkeit und mehr, werden immer öfter vorkommen. An jedem Ort, bei jeder Tätigkeit. Die Angst vor der Angst wird ein ständiger Begleiter und man sieht überall Gefahren. Betroffene verreisen nicht mehr, verlassen die Stadt nicht, bekommen Attacken in den Einkaufsläden, sogar bei Ärzten. Genau dies aber sollte man nicht zulassen oder durchbrechen, sofern es schon soweit gekommen ist.

Der Weg zurück ins Leben- frei von Panikattacken

Um sich von der Erwartungsangst zu befreien, muss gehandelt werden. Angehörige und Freunde können unterstützen, aber die Panik nicht nehmen. Angstpatienten können zum Arzt oder zum Therapeuten begleitet werden.

AngststörungErste Schritte, wie das Einkaufen, Bus fahren, Auto fahren, ins Kino gehen und mehr, können Angehörige unterstützen. Letzten Endes aber, muss sich die betroffene Person mit sich selbst auseinandersetzen und sich der Panik, wie auch der Erwartungsangst stellen. Wenn Sie betroffen sind, werden Sie sicherlich jetzt bei diesem Gedanken schon in Angst geraten. Dies ist verständlich, ändert aber nichts daran, dass die ersten Schritte viel Mut erfordern. Der Teufelskreis muss durchbrochen werden!

Die permanente Alarmbereitschaft hat man erlernt und man kann diese auch wieder verlieren. Auch wenn dies bedeutet, die eine oder andere Panikattacke durchleben zu müssen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich der Angst vor der Angst zu stellen und dieser endlich den Rücken zu kehren. Hier greift die Konfrontationstherapie, am besten durchgeführt mit einem Therapeuten. Dieser kann individuell auf den Patienten eingehen. Da es aber meist dauert, bis Sie dort einen Termin erhalten, können Sie sich zu Beginn aber selbst behelfen.

Übungen vor oder begleitend zur Therapie

Bei der Konfrontation müssen Sie die Angst angehen. Die Erwartungsangst darf keine Chance mehr haben. Sie verbannen Angst und Panik aus Ihrem Leben, wenn Sie nur den ersten Schritt wagen und danach den zweiten. Schritt für Schritt findet man wieder in das alte Leben und heraus aus der Angst! Hier einige Tipps, wie Sie die Angst vor der Angst angehen können und was Sie in Zukunft unbedingt unterlassen sollten:

  1. Die ersten Schritte sind wichtig. Sie können nicht mehr aus dem Haus gehen? Dann fangen Sie damit an, genau dies zu üben. Gehen Sie einige Schritte hinaus, überwinden Sie die Erwartungsangst. Bleiben Sie wenige Minuten vor der Haustür stehen, gehen Sie dann wieder ins Haus. Vergessen Sie nicht stolz auf den ersten Erfolg zu sein!
  2. Gehen Sie wie bei Schritt 1 auch bei allen anderen Situationen vor. Sie können das Haus verlassen, aber nicht einkaufen oder nicht mehr Auto fahren? Dann hilft auch hier, immer schrittweise vorzugehen. Oder Sie springen ins kalte Wasser und nehmen sich vor, auf jeden Fall eine Sache einzukaufen oder einmal um den Block zu fahren. So können Sie mit allen Situationen verfahren. Setzen Sie sich kleine Ziele, die Sie dann am besten jeden Tag bewältigen. Nur so gewöhnen Sie sich die Angst vor der Angst wieder ab.
  3. AgoraphobieBeobachten Sie Ihren Körper nicht mehr. Versuchen Sie sich mit anderen Dingen davon abzulenken. Es ist zur Gewohnheit geworden, den Körper zu beobachten. Sie können diese lästige Angewohnheit aber auch hinter sich lassen. Sudoku, ein Buch, ein Rätsel, Telefonate mit Freunden und vieles mehr, können dabei helfen, die Symptome links liegen zu lassen.
  4. Wenn Sie sich in eine Paniksituation begeben, machen Sie es sich zur Aufgabe, auf schöne Dinge zu achten. Was können Sie draußen sehen, was besonders schön ist? Die erste Blume im Frühling, die Schneeflocken im Winter, die Lichter am Abend in den Fenstern der Häuser. Dies sind nur wenige Beispiele für schöne Dinge, wenn Sie das Haus verlassen.
  5. Konzentrieren Sie sich auf andere Menschen. Stellen Sie sich dabei vor, wie diese wohl leben. Das lenkt sehr gut ab.
  6. Sie können lesen, alles was sich findet. Ob nun Kennzeichen, Werbeplakate, alles in Schaufenstern und mehr.
  7. Zählen Sie Ihre Schritte, auch dies lenkt die Konzentration auf die Symptome um.
  8. Trinken Sie kaltes Wasser und verfolgen Sie den Weg von der Flasche, über den Mund, bis hin in den Magen. Sie werden spüren, wie das kalte Wasser die Kehle herunterläuft und dann im Magen ankommen wird. Symptome haben für einen Moment keine Chance, wenn Sie dies für sich ausüben.

Suchen Sie einen Angst Therapeuten auf

Ein Therapeut wird Ihnen noch weitere Maßnahmen aufzeigen – Zwar wird die Angst vor der Angst nicht sofort verschwinden, aber es wird besser. Führen Sie ein Angsttagebuch. Notieren Sie, wie lange Sie in der Situation geblieben sind, die Sie sonst gemieden haben. Schreiben Sie eventuelle Gedanken auf und die Angststärke und auch die Symptome. Sie werden sehen, dass sich die Angststärke mit der Zeit legen wird und auch die Symptome weniger werden.

Hinweis: Unsere Tipps dienen nicht dazu, den Therapeuten zu meiden. Ganz im Gegenteil: Eine Therapie ist besonders hilfreich bei der Erwartungsangst und der Bewältigung von Panikattacken.


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