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Angst vor Insekten erfolgreich bekämpfen

Angststörung ausgelöst durch die Angst von Insekten

Bei vielen Menschen lösen Insekten eine Abneigung aus. Gleiches gilt für Silberfische – fast jeder kennt sie, die ungebetenen Gäste in Küche oder Bad. Aber was kann getan werden, wenn diese Abneigung, dieser Ekel tatsächlich zu Angst wird? Was, wenn aus dem Ekel, der beim Anblick von Insekten oder Silberfischen eine Angststörung wird?

Die Angst vor Insekten wird in der Fachsprache als Entomophobie bezeichnet. Dabei zeichnet sich die Angst durch die Befürchtung aus, dass die Insekten bzw. Silberfische einem zu nahekommen. In welcher Form sich die Angststörung ausprägt, ob durch schreiendes Weglaufen, Zittern oder gar nicht erst aus dem Haus trauen, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Es ist nicht verwunderlich, dass es sich dabei um eine erhebliche Belastung handelt, die den Alltag desjenigen gravierend beeinträchtigt.

Wie zeigt sich die Angst?

Oftmals haben Betroffene lediglich vor stechenden Insekten Angst, beispielsweise durch eine erstmalige allergische Reaktion, die als Kind aufgrund eines Stiches entstanden ist, oder weil beinahe eine Wespe oder Biene verschluckt worden ist. Es ist jedoch nicht gesagt, dass die Angst alle Insekten umfasst. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass sich diese über einen gewissen Zeitraum auch ausweitet. Viele Betroffene haben oftmals Scheu davor, sich diese Angst einzugestehen. Warum? Ganz einfach – sie wollen nicht ausgelacht und verspottet werden. Unverständnis von dem Gegenüber ist ja leider oftmals die Folge. Diese Angst sollte aber sowohl vom Betroffenen als auch von der Umgebung ernst genommen werden. Es ist wichtig, dass sich derjenige nicht auch noch zusätzlich schämen muss, denn das stellt wiederum eine Belastung dar.

Dabei ist das Gefühl der Angst grundsätzlich nicht einmal etwas Schlechtes. Vielmehr bewahrt der Körper den Betroffenen vor einer möglichen gefährlichen Situation. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Angst krankhaft übertrieben wird. In einem solchen Fall sollte dringend etwas dagegen getan werden um die Lebensqualität nicht unnötig einzuschränken. Häufig angewandte Strategien wie Flucht oder Vermeidung helfen langfristig nur, der Angst mehr und mehr Macht über den eigenen Körper und das eigene Handeln zu geben. Letztlich dominiert sie im Extremfall das gesamte Leben. Die Folge: Rückzug in sich selbst.

Welche Ursachen gibt es für die Angst vor Insekten und Silberfischen?

Woher kommt diese Angst vor Insekten eigentlich? Es lässt sich festhalten, dass, je mehr sich ein Tier vom Menschen unterscheidet, desto größer ist die Angst des Menschen vor diesem Tier. Dabei spielen insbesondere das Aussehen und das tierische Verhalten eine Rolle, weniger jedoch die Größe. Eine Wespe beispielsweise ist vergleichsweise klein und dennoch kann ein Stich von ihr durchaus schmerzhafte Folgen haben. Silberfische stellen für den Menschen keine gesundheitliche Gefahr dar, sie sind eher eine Gefahr für den eigenen Hausrat, wie unseren Vorrat. Trotzdem mögen die meisten von uns diese kleinen Schädlinge aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes nicht.

Angststörungen behindern die Betroffenen auch rational mit einer Situation umzugehen. Ein Beispiel:

Rein rational gesehen schauen von einer Silberfischchen-Plage betroffene Menschen ins Internet, suchen eine tolle Infografik zum Thema Silberfischbekämpfung* und informieren sich dort zu der effektiven Bekämpfung der Plagegeister. Die Infografik zeigt gute Tipps, was rund um das Thema Silberfischchen zu beachten ist und wie man sie vermeidet und einen Befall bekämpft. Also würde man einfach diese Tipps befolgen, hat man sehr wahrscheinlich ab sofort sehr viel weniger mit den störenden Tierchen zu tun.

Menschen, die von einer Entomophobie, also Angst vor Insekten betroffen sind, nützt dies leider nicht viel, da ihre Angst in diesem Fall nicht rational begründet ist. Silberfischchen sind ja im Prinzip harmlos, dennoch erzeugt ihr Anblick bei den betroffenen Menschen Angst.

Kann die Angst überwunden werden?

Der erste Schritt, um die bestehende Angst vor Insekten und Silberfischen zu bekämpfen, ist sich diese zunächst einmal einzugestehen. Außerdem hilft es, sich jemandem anzuvertrauen, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Therapeuten handelt oder einer Person aus dem engeren Familienkreis. Hilfreich kann hier die so genannte Konfrontationstherapie sein, bei der – wie die Bezeichnung bereits verrät – der Betroffene Schritt für Schritt in eine „gefährliche“ Situation gebracht wird, aber stets in Begleitung der zuvor ausgewählten Bezugsperson. Dann können unterschiedliche Verhaltensmodelle ausprobiert werden, immer mit dem „sicheren“ Gedanken, dass Hilfe dabei ist. Denn es gilt: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Darüber zu reden, sich vielleicht auch gedankliche Anregungen zu holen, kann unterstützend beim Kampf gegen die Angst sein.

Auch das Führen eines Angsttagebuches kann eine Hilfestellung bieten. Es sollten genau die Situationen aufgeschrieben und ausführlich beschrieben werden, die die Angstattacke auslösen und welche Gefühle dabei aufgekommen sind. Auf diese Weise lassen sich die Situationen und die eigenen Reaktionen auch in der Folge noch rekonstruieren und nachvollziehen. Wöchentlich gesetzte Ziele verstärken das Gefühl, die Angst überwinden zu können. Beispielsweise kann sich der Betroffene mit dem Tier auseinandersetzen, welches besonders große Angst auslöst. Natürlich muss es nicht gleich zum Kuscheln auf den Arm genommen werden. Dennoch kann eine schrittweise Annäherung erfolgen.