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Angst vor Krankheiten

Therapeuten sprechen bei der Angst vor Krankheiten, gerne von einem Teufelskreis. Dieser besteht aus der Beobachtung des Körpers, der Verstärkung aller wahrgenommenen Symptome und der Verstärkung der Angst. Dies wiederum sorgt für mehr körperliche Symptome, was in ausgemalten Katastrophen-Gedanken endet und die Symptome fast unerträglich macht. Am Ende ist der Patient sich sicher, eine schwere Krankheit zu haben. Wie zum Beispiel einen Schlaganfall, einen Hirntumor, einen Herzinfarkt, eine Herzmuskelentzündung, ein schweres Magengeschwür und vieles mehr.

Ein kleines Beispiel für die Angst vor Krankheiten

Eine Angstpatientin hat am Vortag etwas gegessen, was für Blähungen sorgt. Da diese Person ihren Körper sehr gut beobachtet, fühlt sie leichte Magenbeschwerden.

Angst vor KrankheitenJeder gesunde Mensch würde für sich denken, dass dies bei Blähungen völlig normal ist. Die Angstpatienten aber, wird Angst bekommen und sich fragen, was wohl mit dem Magen nicht stimmt. Kann es Magenkrebs sein, oder ein Geschwür? Diese Gedanken sorgen dafür, dass die Beschwerden gleich schlimmer noch werden. Damit steigt auch wieder die Sorge und zwar ins Unermessliche. Die Angstpatientin bekommt Panik und verspürt gleich noch andere Symptome, die von der Angst ausgelöst werden. Aber für die Angstpatientin verschlechtert sich der Zustand des Magens und die Beschwerden werden unerträglich. Die Angstpatientin ist sich sicher, sterben zu müssen. Nun wird entweder ein Krankenhaus oder der Arzt aufgesucht. Oder aber die Patientin legt sich ins Bett und traut sich nichts mehr zu, weil sie sich noch ein wenig schonen möchte.

Hinweis: Die Angststörung ist eine sehr qualvolle Erkrankung, die gerade Angehörige und Freunde nicht wirklich verstehen können. Wichtig ist aber zu wissen, dass die Angst vor Krankheit nicht gewollt ist. Sie hat sich entwickelt!

Wie kann der Kreislauf gestoppt werden?

Diese Form der Angststörung kann das ganze Leben zermürben. Auch wenn man an den Symptomen nicht sterben wird, so reicht die Angst vor Krankheit aus, um eine Arbeitsstelle verlieren zu können oder sogar den Partner in die Flucht zu schlagen. Freunde könnten sich abwenden und so fühlen Sie die Menschen mit der Angststörung oft auch sehr alleine. Niemand, der noch nie Angst vor einer Krankheit hatte und das in diesem Ausmaß, wird das Leid nicht verstehen können oder manchmal auch nicht verstehen wollen.

Wer den Kreislauf stoppen möchte, muss lernen, nicht ständig bei jedem Symptom in Panik zu verfallen. Klingt leicht, ist aber für Panikpatienten fast unmöglich. Dazu ist Mut und Geduld gefragt. Drei Verhaltensweisen müssen vermieden werden, um die Angst vor Krankheiten in den Griff bekommen zu können.

  1. Die ständige Körperkontrolle sollte unterlassen werden.
  2. Die Rückversicherung durch Ärzte ebenso, hier kommt die Eigenverantwortlichkeit ins Spiel.
  3. Die Vermeidung wäre der dritte Punkt.

Denn wer denkt, dass er schwer krank ist, bewegt sich kaum noch, um sich nicht zu überanstrengen.

Wer sich beobachtet, sollte lernen, sich abzulenken. Viele Symptome verschwinden recht schnell wieder, wenn die Angst vor Krankheiten nicht mehr so ernst genommen wird. Eine Runde Solitär, einige Seiten im Lieblingsbuch, eine Partie Sudoku, können helfen, sich von den Symptomen und der Angst vor Krankheiten abzulenken.

Was tun bei PanikattackenAuch wenn dies am Anfang schwer fällt, sollte man es immer wieder tun. Mit der Zeit kann die Angst vor Krankheiten dadurch ein wenig gelindert werden. Hilfreich kann es auch sein, dabei die Stoppuhr einzusetzen. Wie lange hat es gedauert, bis die Angst vor Krankheiten aufgrund bestimmter Symptome verflogen ist? Diese Zeit kann man als Maßstab bei den nächsten Symptomen nehmen. Ebenso könnte man alle Symptome aufschreiben, die man schon durchlaufen musste und die leider die Angst vor Krankheiten hervorgerufen haben. Wenn ein Angstpatient sich selbst vor Augen führen kann, dass er diese Symptome schon einmal hatte, kann er damit besser umgehen. Dies mag erst einmal komisch klingen: Wer es aber probiert wird sehen, dass es funktioniert und die Angst vor Krankheiten an Bedeutung verliert. Die Selbstsicherheit stellt sich ein und viele Symptome werden gelassener gesehen oder mit der Zeit gar nicht mehr beachtet.

Die Selbstkontrolle bei der Angst vor Krankheiten muss durchbrochen werden

Wer hier ein Zwicken und da ein Zwacken spürt, weiß, er lebt. So sollten Angstpatienten mit Angst vor Krankheiten ihre Symptome in Zukunft sehen. Man ist nicht tot, man lebt und der Körper reagiert schon einmal mit kleinen Wehwehchen. Wer aber dann die Bewegung einschränkt, kann einen schnelleren Puls bei Belastung noch verschlimmern und somit die Angst vor Krankheiten schüren.

Denn kommt das Herz nur noch zur Ruhe, kann es die kleinsten Anstrengungen nicht meistern, ohne dabei ins Rasen zu geraten. Also müssen Angstpatienten umdenken. Sich mehr bewegen. Am besten jeden Tag etwas mehr. Wer sich gar nicht mehr bewegt, fängt damit an, 10 Minuten am Tag spazieren zu gehen. Nach einer Woche werden es dann 20 Minuten und nach 2 Wochen 30 Minuten. So wird der Körper wieder belastbar und die körperlichen Symptome werden geschwächt. Das Vertrauen in den eigenen Körper wird hingegen wieder gestärkt! In den meisten Fällen ist auch eine Therapie anzuraten, um die Angst vor Krankheiten besser in den Griff zu bekommen.


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