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Angst vor Nähe

Angst vor Nähe ist kein Grund zu verzweifeln

Angst ist ein natürliches Gefühl, es beschützt uns vor realen Gefahren und ist eine überlebenswichtige Emotion. Mit einer Angststörung reagiet der Körper unangemessen auf eine Bedrohung. Die tatsächliche Bedrohnung wird wesentlich bedrohlicher wahrgenommen. In Sekunden kann es zu Herzrasen, Schwindel, Schwitzen, beschleunigte Atmung und Zittern kommen. All diese Reaktionen dienen bei einem normalen Angstverhalten zur Vorbereitung auf Flucht oder Kampf. Aber Angststörungen können durch Psychotherapie gelindert und geheilt werden.

Angst vor Nähe kann verschiedene Gründe haben

Angst vor NäheAngst vor Nähe kann diverse Gründe haben. Keineswegs ist es von vornherein eindeutig zuordenbar, woher Angst vor Nähe kommt.

Oftmals liegt ihr aber eine schlechte Erfahrung, oder ein traumatisches Erlebnis zu Grunde, das nie aufgearbeitet wurde.

Besonders in ganz frühen Kinderjahren kann es zu Traumatisierungen kommen, an die man sich vielleicht gar nicht mehr erinnern kann.

Trotzdem werden diese traumatischen Erlebnisse in den Körper eingeschrieben und der Körper reagiert dann dementsprechend, wenn ein Ereignis getriggert wird.

Angststörungen – gerichtete und ungerichtete

Störungen können gerichtet oder ungerichtet auftreten. Damit ist gemeint, sie ist immer an bestimmte Situationen gebunden, oder eben nicht. Als Betroffener kann man deshalb ein Tagebuch führen und sich selbst beobachten: Wann kommt die Angst, wie lange dauert sie, mit welchen Personen oder in welchen Räumen tritt sie auf und wann geht sie wieder weg? Damit werden erste Hinweise geliefert, die für eine psychotherapeutische Behandlung bei Angst vor Nähe wichtig sind.

Agoraphobie

Die Angst vor Nähe kann sich so auswirken, dass Personen Angst haben, sich an bestimmte Orte zu begeben, wo eine Flucht schwer möglich ist. Dies können große Menschenmengen, Plätze, öffentliche Verkehrsmittel oder Aufzüge sein. Diese Agoraphobie äußert sich in Vermeidungsverhalten und Flucht, sie kann sich bis zu Panik-Attacken steigern und zu massiven körperlichen Beschwerden führen. Viele Betroffene greifen in diesem Fall zu Medikamenten und werden davon abhängig. Dies ist jedoch keine wirkliche Lösung. Die tatsächliche Lösung kann nur in einer psychischen Aufarbeitung der Störung liegen.

Sozialphobie

Soziale PhobieDie Angst vor Nähe kann auch innerhalb einer sozialen Phobie entstehen. Hierbei steht die Angst beim Zusammentreffen mit Menschen im Vordergrund. Typische Symptome dieser Angst sind Zittern, Erröten, Angst zu erbrechen, oder starker Harndrang. Betroffene fürchten sich vor peinlichen und beschämenden Situationen, weshalb sie ein starkes Vermeidungsverhalten in Bezug auf Einladungen, Partys und Gruppenveranstaltungen aufweisen. Mitunter kommt es zum gänzlichen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Da Betroffenen nicht selten diese Angst vor Nähe gar nicht bewusst ist, bleibt die Störung oft unbehandelt und undiagnostiziert.

Spezifische Phobie

Hat man eine spezifische Angst, spricht die Medizin von spezifischen gerichteten Phobien. Dies kann zum Beispiel Angst vor Spinnen sein. In Bezug auf Angst vor Nähe kann dies etwa eine Angst gemeinsam im Aufzug zu fahren hervorrufen. Spezifische Phobien entstehen oft in der Kindheit. Nicht immer kann sich der Betroffene an das auslösende Ereignis erinnern: Manchmal war es in sehr früher Kindheit, manchmal ist es so verdrängt, dass ein bewusstes Erinnern nicht möglich ist. Kann eine Konfrontation mit der Phobie im Alltag nicht vermieden werden, entstehen bis zu panikartige Zustände.

Panikstörungen

Panik-Attacken sind massive Störungen, die sich auf keine bestimmten Umstände beschränken und aus diesem Grund nicht vorhersehbar sind. Sie sind zivilisatorisch eine relativ neue Störung, wobei es keine reale Gefahr gibt. Es handelt sich deshalb nur um eine Erwartungsangst. Panik-Attacken klingen meist nach 20 bis 30 Minuten wieder ab, können aber intensive Ängste erzeugen.

Was können Betroffene bei Angst vor Nähe tun?

Bei einer Störung in Bezug auf Angst vor Nähe ist es ratsam, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es kann dann in der Therapie eruiert werden, woher die Störung kommt und mit welchen Methoden sie behandelt werden kann. Oft helfen die gedankliche Aufarbeitung und das Trainieren von entsprechenden „Skills“, die bei der nächsten Angst vor Nähe angewendet werden und die Angst lindern.

Nicht zuletzt sagt Gerald Hüther, ein anerkannter deutscher Hirnforscher, das Gehirn sei eine Baustelle. Es müssen neue Erfahrungen mit neuem Verhalten über das alte Verhalten und die alten Erfahrungen geschrieben werden. Eine solche Einschreibung von neuen Erfahrungen kann aber nur mit Hilfe des emotionalen Körpers gemacht werden. Eine rein geistige Aufarbeitung hilft nichts, schon gar nicht bei Angst vor Nähe.


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