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Angst

Wenn die Angst zur Störung wird

Eine grundlegende Angst in gewissen Lebenssituationen zu verspüren, ist nichts Ungewöhnliches und schützt mitunter vor gefährlichen Situationen. Sie hatten bestimmt auch schon einmal Angst, beispielsweise vor der praktischen Führerscheinprüfung. Ist diese Angst jedoch unbegründet und ihr Auftreten sowie die Dauer nehmen vermehrt zu, kann von einer Angststörung gesprochen werden. Diese kann sich wiederum in verschiedenen Formen manifestieren und tritt besonders bei ohnehin schon ängstlichen Personen häufiger auf. Dabei muss jedoch stets auf die Unterscheidung zwischen einer „normalen“ Angst und einer ausgeprägten Störung geachtet werden.

Der Handlungsrahmen ist entscheidend

AngstEine wirkliche Störung liegt vor, wenn die eigene Handlungsfreiheit sehr stark eingeschränkt ist. Vor einem Vorstellungsgespräch ängstlich zu sein, dieses aber trotzdem erfolgreich abschließen, ist ein Beispiel für die Bewältigung einer Situation trotz bestehender Angst.

Ist diese Überwindung und die damit verbundene Ausführung nicht mehr möglich, wird die Angst zu einer Angststörung. Dieses Gefühl der Lähmung ist eine intensive, emotionale Reaktion des Körpers, die auf Erfahrungswerten und Ereignissen beruht.

Ist die Fähigkeit zum Handeln in diesem, hohen Maße eingeschränkt ist der Weg zu einem professionellen Psychiater oder Coach unumgänglich.

Der Wille allein reicht nicht aus

Selbst Menschen, die sich als mental und phyisch sehr willensstark bezeichnen würden, hilft dieser Aspekt nicht bei dem genannten Problem. Wie schon erwähnt beruht Angst auf einer emotionalen Grundlage und schaltet den Verstand auch in einer eigentlich unbegründeten Angstsituation quasi aus. Besonders wichtig für den Umgang damit ist ein starker Wille oder keine Ignoranz dem Problem gegenüber, sondern vielmehr ein Eingeständnis Ihrer selbst oder der betroffenen Person gegenüber der Angst.

Einen Weg aus der Angst finden

Je mehr Sie sich gegen Ihre Angst wehren, desto schneller spaltet sie sich von Ihnen ab und der Zugang zu Ihr nimmt ab.

Angst vor KrankheitenGespräche mit anderen Personen oder den Betroffenen selbst helfen dabei, einen Bezug zur eigenen Charakteristik und der Angst zu entwickeln. Das ist wichtig, um gegebenenfalls auch die Ursache zu finden.

Weiterhin hilft das Schreiben allgemein. Sei es nun ein Tagebuch oder eine sehr kreative Arbeit an der Schreibmaschine, diese Auseinandersetzung in Verbindung mit einer körperlichen Aktivität drängt die Angst Stück für Stück zurück. Eine besonders effektive Methode stellt das Singen dar, denn wenn Sie singen ist der Bereich in Ihrem Gehirn zur Produktion von Angst blockiert.

Eine Alternative ist das sogenannte Butterflyklopfen. Hierbei werden die Hände vor der Brust verschränkt und abwechselnd auf die Schultern geklopft. Nach einer halben Minute atmen Sie durch und fühlen sich entspannter, da Durchatmen und ein schnelles Atmen in einer Angstsituation nicht gleichzeitig stattfinden können.

Abgrenzung zwischen Ängsten und Panikattacken

Während ein Angstpatient eher sehr defensiv in einer Grübelei verharrt, treten Panikattacken auch häufig bei Menschen auf, die sich seelisch stabil fühlen. Diese sind dann besonders schockiert vom plötzlichen Ausbruch, was wiederum zu einer Angst vor dem Vertrauen zu sich selbst führen kann. In Situationen, die ein großes Unbehagen in Ihnen, oder einer betroffenen Person auslösen, kann es unbemerkt auch zu einer Art inneren Panik kommen. Dabei wird eher der Rückzug präferiert anstatt konfrontativ auf das Geschehen zuzugehen.

Viele Auslöser liegen oft in der Kindheit

Das Gehirn generalisiert oft und wertet Situation aufgrund weniger Kriterien.
So kann eine peinliche oder unangenehme Situation aus der Kindheit in veränderter Form im späteren Leben auftreten, wobei trotz einer fehlenden Verbindung und eines veränderten Umfeldes das Gefühl von Angst präsent sein kann. Weiterhin ist ein übervorsichtiger Umgang mit dem eigenen Kind eher kontraproduktiv, da in vielerlei Hinsicht eigene Erfahrungen gemacht werden müssen.

Pikst sich ein Kind mit einer Gabel, wird es für den Moment ängstlich sein und für einige Zeit vielleicht sogar die Küche als Gefahr ansehen. Dann ist die Angst aber aufgrund des Hergangs des Ereignisses und der Fürsorge durch die Elten wieder vergessen und durch sporadisches Erinnern der Eltern hat das Kind einen bewussten Umgang mit dem Besteck gelernt. Fehlt diese Heranführung jedoch, ist später nicht gewiss, ob bestimmte Lebenssituation zu übermäßiger Vorsicht führen, und ob daraus nicht sogar eine Störung entsteht.

Frühzeitig erkennen und behandeln

Es muss Ihnen nicht unangenehm sein, zu Ihren Ängsten zu stehen. Finden Sie die Auslöser die besonders schwierig zu bewältigende Situationen hervorrufen und wahren sie einen bewussten Umgang mit diesen. Trifft dieser Auslöser eine befindliche Stelle Ihrer Person, vertieft sich die Angst immer weiter. Ist diese Befindlichkeit eben besonders stark ausgeprägt, führt das in vielen Fällen auch zu einer Störung.
Wird bei Ihnen oder jemand aus Ihrem Umfeld ein starkes ängstliches Verhalten festgestellt, sollten Sie das nie einfach so abtun. Durch Körperübungen und Selbsttherapien können Ängste mit der Zeit überwunden werden, außerdem gibt es Coaches und speziell ausgebildete Therapeuten.


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