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Angstzustände

Angst ist ein Gefühl, das jeder kennt. Sie gehört zum Leben dazu und kann unter Umständen sogar als Schutzmechanismus dienen. Manchmal treten Angstzustände aber gehäuft auf. Sie sind schwer nachvollziehbar und nicht immer an einen klaren Anlass gekoppelt. Schwere Krisen können ein gutes Verhältnis zur Angst stören. In diesem Fall sind Betroffenen von den immer wiederkehrenden Ängsten stark belastet. Man spricht dann von Angst- oder Panikstörungen. Angstattacken sind keine Seltenheit und können jeden treffen.

Ängste als Krankheit sehen

Betroffene, die häufig an Angst leiden, werden davon stark belastet. Mitunter kann der Alltag davon beeinträchtigt werden. Auch Angehörige können durch häufig auftretende Ängste verunsichert werden. Man will helfen und weiß nicht genau wie.

AngstzuständePanikattacken gehören zu den neurotischen Störungen und haben ein festgelegtes Krankheitsbild. Man erkennt sie unter anderem daran, dass die Attacken von normalen Ängsten, die manchmal notwendig und nachvollziehbar sind, abweichen.

Der Betroffenen reagiert extrem stark auf ganz unterschiedliche Auslöser. Was der Auslöser für die Angstattacken ist, ist von Patient zu Patient verschieden. Die Angstreaktionen fallen oft sehr stark aus und führen dazu, dass der Betroffene psychisch und physisch eingeschränkt ist, d.h. eine solche Angstattacke kann sogar zu Bewegungs- oder Handlungsunfähigkeit führen.

Angst vor der Angst

Patienten, die an Angstzuständen leiden, berichten häufig zusätzlich von der Angst, wieder Angst zu haben. Diese Erwartungsangst schafft eine zusätzliche Belastung und kann wiederum zu einer Panikattacke führen – ein Teufelskreis. Häufig bemerkt man bei Betroffenen ein Vermeidungsverhalten.

Trat z.B. eine Panikattacke an einem belebten Ort auf, wird der Betroffene in Zukunft vielleicht Innenstädte und Kaufhäuser meiden. Das kann langfristig zu sozialen Problemen aufgrund der zunehmenden Isolation führen. Wer sich aus Angst vor der Angst immer weiter zurückzieht, wird irgendwann allein dastehen. Depressionen, Medikamentenmissbrauch, Abhängigkeiten oder andere physische Störungen können aus einer unbehandelten Störung dann als Nebeneffekt auch entstehen.

Hinweis: Krankhafte Angstzustände können auch ganz ohne wirkliche Bedrohungssituation auftreten. Auch eine maßlose Überschätzung einer tatsächlichen Bedrohung kommt bei Betroffenen vor.

Symptome der Krankheit

  • Die Symptome einer Angststörung sind sowohl psychischer als auch physischer Natur. Sie sind nicht immer eindeutig und die Intensität der Symptome kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Auf jeden Fall gilt: Empfindet der Betroffenen bzgl. der häufigen Angst einen Leidensdruck, sollte er sich in Behandlung begeben. Die Prognosen sind gut.
  • Körperliche Symptome: Herzklopfen, Schwindel, Mundtrockenheit, Zittern, Schweißausbrüche, Atembeschwerden usw.
  • Angstzustände treten plötzlich und oft ohne Auslöser auf.
  • Attacken können auch im Rahmen einer Phobie auftreten. In diesem Fall gibt es einen Auslöser, wie z.B. Spinnen oder große Höhen.
  • Eine Sonderform sind so genannte generalisierte Angststörungen, bei denen die Angst permanent da ist.

Man untergliedert die Krankheit wie folgt:

Die Entstehung von Angstzuständen

VersagensangstNeurotische Störungen entstehen meistens durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Bestimmte Umwelteinflüsse können dazu beitragen, dass man an Panikattacken erkrankt. Auch gibt es genetische Faktoren, die krankhafte Angstzustände begünstigen können.

Extreme psychische Belastungen, wie Scheidung oder Tod eines nahen Angehörigen, können zu dieser neurotischen Störung führen. Auch Mobbing oder Stress am Arbeitsplatz können eine Ursache für diese Störung sein. 4,7 aller Menschen erkranken im Laufe ihres Leben an Angstzuständen.

Therapie bei Angstzuständen

Angstzustände, die ein Krankheitsbild darstellen, können meist sehr gut therapiert werden. Betroffenen, die einen Leidensdruck verspüren, sollten am besten eine Praxis eines Psychiaters oder Psychotherapeuten aufsuchen. Auch Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen diese psychische Krankheit behandeln. Die klassische Behandlungsmethode bei Angstzuständen ist eine so genannte kognitive Verhaltenstherapie. Wie genau die Therapie konzipiert wird, entscheidet der Therapeut anhand des Störungsbildes.

Therapie bei Phobien

Bei Angstzuständen, die klar auf einen Reiz folgen, wie das z.B. bei Phobien der Fall ist, hat man mit Reizkonfrontation gute Erfolgschancen. Dabei muss der Auslöser der Angst nicht sofort mit voller Wucht auf den Patienten prallen.

Angststörung TestEs gibt auch Verfahren, bei denen man Schritt für Schritt vorgeht. Treten Angstzustände z.B. immer in Menschenmengen auf, kann man sich von einem Besuch im Restaurant langsam bis hin zu einem Rockkonzert vortasten. Auch das Erlernen von Entspannungsmethoden kann sehr hilfreich sein, um die Angstzustände aushalten oder mildern zu können. Gute Entspannungstechniken sind autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation. Beide Verfahren tragen dazu bei, dass physische Symptome der Panikattacke reduziert werden. Der Körper entspannt sich langsam, so dass die Angst verschwindet oder auch verhindert werden kann. Diese Methoden zur Entspannung zu erlernen, braucht ein bisschen Übung. Welche Entspannungsmethode einem Patienten am besten hilft, ist ganz unterschiedlich. Hier hilft am besten, mehrere auszuprobieren.


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