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Die Angst vor Menschen

Sie kennen diese Angst, die Angst davor im Mittelpunkt zu stehen, die Angst vor Menschen? Die Rede ist von der sozialen Phobie, oder Sozialphobie. Diese Begriffe bezeichnen ein und dasselbe Phänomen, nämlich eine tiefsitzende Angst vor Menschen und vor sozialen Situationen. Hier muss klar zwischen Schüchternheit und Sozialphobie unterschieden werden. Die Unterschiede sind gravierend.

Angst vor MenschenFür einen Sozialphobiker mit Angst vor Menschen, reicht schon die Meinung, dass man von anderen ins Visier genommen wird, dass jemand über Sie urteilt, Sie beobachtet. Dabei muss dies in der Realität gar nicht so sein. Der Sozialphobiker ist sich bewusst, dass seine Angst vor Menschen unbegründet ist, dennoch ist er nicht in der Lage, die Situation in den Griff zu bekommen. Die Angstsymptome treten in allen möglichen sozialen Situationen auf, auch isoliert. Eine isolierte, soziale Phobie bedeutet, dass eine Person zum Beispiel nur Angst davor hat, in einen Zug einzusteigen, dass es für ihn aber kein Problem darstellt, in einer Gaststätte essen zu gehen.

Die soziale Phobie ist eine psychische Krankheit, die nach dem ICD 10 diagnostiziert wird und allgemein anerkannt ist. In Deutschland leiden in etwa 2-8% der Menschen unter dieser Krankheit.

Symptome der sozialen Phobie

Die soziale Phobie zählt zu den Angststörungen und zeigt auch die Symptome, die für Angst charakteristisch sind. Der Körper erstarrt, daher verschlägt es Ihnen auch die Sprache, Sie beginnen vielleicht zu stottern. Nun bereitet sich Ihr Körper auf Gefahr vor und stößt Adrenalin aus, Sie beginnen zu schwitzen, das Herz rast, die Atmung beschleunigt, sie Hyperventilation, Ihnen wird schwindelig, eventuell werden Sie ohnmächtig.

Diese Symptome können auf Dauer sehr unangenehm sein und Sie ziehen sich immer häufiger zurück. Das hat zur Folge, dass Sie sich letztendlich überhaupt nicht mehr in einem sozialen Umfeld bewegen, sondern Ihre Zeit hauptsächlich daheim verbringen. Die Angst vor Menschen ist zu groß. Eventuell verlieren Sie sogar Ihre Arbeit und zu guter Letzt folgt der soziale Abstieg, der oft von Depressionen begleitet wird.

Situationen, die Angst einflößen können

AngststörungDie Liste der Situationen, in denen Angst vor Menschen ausgelöst werden kann, ist sehr umfangreich. Wir wollen Ihnen einige davon aufzählen:

In aller Öffentlichkeit vor Leuten zu sprechen, stellt für Sozialphobiker ein unüberwindbares Hindernis dar. Selbst in einem Restaurant zum Essen zu gehen, oder ganz normal seine Einkäufe zu erledigen, kann sich schwierig gestalten. Betroffene haben große Probleme damit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, daher ist es für sie auch schwierig, einen Partner zu finden. Der Betroffene wird keine Veranstaltungen, oder Feste besuchen. In der Arbeit können Gespräche mit Mitarbeitern, oder mit Vorgesetzten zu einer großen Herausforderung werden.

Ursachen der Sozialphobie

Was sind die Gründe für die Angst vor Menschen? Genaues ist bis heute nicht klar. Gewisse Risikofaktoren sind allerdings bekannt.

So können Probleme in der frühkindlichen Entwicklung zu diesem Phänomen führen. Sind Sie zum Beispiel sehr behütet aufgewachsen, mit wenig Kontakt zu Gleichaltrigen, so kann diese Erfahrung zu einer Angst vor Menschen führen.

Genauso verhält es sich bei einem Erziehungsstil mit vielen abwertende Bemerkungen gegenüber dem Kind.

Die Ursache liegt nicht immer in der Kindheit!

PlatzangstVertreter der Lerntheorie gehen davon aus, dass eine damalige Situation mit Angst belegt und diese durch Vermeidung verstärkt wurde.

Häufig wird die Angst vor Menschen auch durch die Angstsymptome verstärkt. Eines der Symptome stellt das Herzrasen dar, welches dem Körper „Gefahr“ signalisiert.

Der Betroffene bekommt Angst vor dem Herzrasen, was zu einer Verstärkung der Symptome und damit zur Angst vor der Angst führt. Wenn diese Symptome immer im Zusammenhang mit einer Situation ausgelöst werden, so entsteht die Angst vor der Situation.

Verlauf der Soziophobie

Die Angst vor Menschen hat ihre Ursprünge oft in der Kindheit. Häufig werden Kinder als sehr schüchtern beschrieben und selten kommt jemand auf die Idee, dass das Kind ernsthaft Angst vor Menschen haben könnte. So vergeht oft viel Zeit, bis der inzwischen Jugendliche, oder Erwachsene Mensch sich Hilfe sucht. In der Zwischenzeit haben sich die Symptome oft verfestigt und schlimmstenfalls zu einer Angststörung entwickelt.

Behandlungsmethoden

Zur Behandlung der Angst vor Menschen eignet die kognitive Verhaltenstherapie am besten. Hierbei soll es dem Betroffenen gelingen, stressige Situationen wieder anzugehen. Zuerst wird mit Ihnen daran gearbeitet, sich Umstände im Gedanken vorzustellen. Dieser Ansatz wird dann Stück für Stück gesteigert, bis Sie sich sich der Situation im realen Leben wieder stellen können. Während der kognitiven Therapie, versucht der Therapeut Ihr Denkmuster, dad gewisse Situationen als gefährlich einordnet, zu ändern. Die Angst einflößende Situation soll mit positiven Gefühlen behaftet werden.


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