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Generalisierte Angststörung

Was ist das, eine generalisierte Angststörung?

Eine generalisierte Angststörung bedeutet, dass die Betroffenen ständig ein Gefühl von Anspannung und Besorgtheit empfinden. Dies gilt nicht nur für spezielle Situationen, sondern betrifft alltägliche Ereignisse und Probleme. Die Betroffenen sind nicht in der Lage, ihre Sorgen zu kontrollieren und wenn dann nur in einem sehr geringen Ausmaß.

Die ständigen Sorgen und Ängste beeinträchtigen den gesamten Alltag der Betroffenen. Es herrscht ständig das Gefühl vor, es könnte etwas passieren, was sich nicht verhindern lässt. Angst, dass den Kindern oder Angehörigen etwas passiert, Angst vor Krankheit oder Tod, Panik bei Menschenmengen, in engen Räumen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, die Angst ist immer präsent. Es dauert meist Jahre, bis sich Betroffene Hilfe suchen. Lange Zeit versuchen Sie, alles was Angst auslöst zu vermeiden.

Woher kommt eine generalisierte Angststörung?

Für die Entstehung einer generalisierten Angststörung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Erklärungen. Genetische Einflüsse können diese Störung begünstigen. Die Angststörung an sich ist nicht vererbbar, aber die sogenannte biologische Vulnerabilität.

Generalisierte AngststörungDas bedeutet, dass diese Menschen eher an einer generalisierten Angststörung erkranken können, wenn diese in einer Familie bereits vorkam. Eine weitere Erklärung ist eine Veränderung im Bereich der Neurotransmitter. So wurden bei Betroffenen in bestimmten Bereichen des Gehirns mehr Aktivität festgestellt. Einige Neurotransmitter (Botenstoffe) sind in geringer Anzahl vorhanden oder wirken schlechter. Eine unsichere Bindung zu der Bezugsperson während der Kindheit kann ebenfalls die Ursache für eine generalisierte Angststörung sein. Das Verhalten der Bezugsperson wurde manchmal als unvorhersehbar erlebt, also unsicher. Betroffene einer generalisierten Angststörung können schlecht aushalten, dass es keine „absolute Sicherheit“ gibt. Reize, die mehrdeutig sein können, also sowohl harmlos als auch bedrohlich, werden grundsätzlich eher als bedrohlich angesehen. Der Glaube, dass Dinge nicht änderbar oder kontrollierbar sind, macht den Betroffenen Angst. Sie nehmen an, dass sie sich durch Sorgen vor einem Unglück oder Enttäuschungen schützen können.

Die Diagnose

Menschen, die an einer generalisierten Angststörung erkrankt sind, benötigen oft Jahre, bis sie in der Lage sind Hilfe zu suchen. Oft werden sie auch falsch behandelt, weil sie zwar zum Arzt gehen, aber immer nur körperliche Symptome schildern, von ihren Sorgen erzählen sie meist nichts. Die Diagnose erfolgt durch einen Arzt oder Psychotherapeuten mithilfe verschiedener Fragebögen und in einem ausführlichen Gespräch. Körperliche Ursachen werden durch eine gründliche Untersuchung ausgeschlossen. Meist treten zusätzlich weitere psychische Erkrankungen auf. Häufig sind dies affektive Störungen wie zum Beispiel eine Depression, andere Angststörungen oder somatoforme Störungen (körperliche Störungen für die es keine hinreichende organische Erklärung gibt). Mögliche Begleiterkrankungen können unter anderem auch eine Substanzabhängigkeit, eine Zwangsstörung oder chronische Schmerzsyndrome ohne greifbare Ursache sein.

Die Symptome

Die Symptome einer generalisierten Angststörung zeigen sich auf mehreren Ebenen.

Vegetative Symptome

Zu den vegetativen Symptomen zählen unter anderem Zittern, Mundtrockenheit, die bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlags, Herzklopfen oder eine erhöhte Herzfrequenz.

Psychische Symptome

Die an einer generalisierten Angststörung Erkrankten fühlen sich unsicher, schwindelig und schwach. Es macht sich eine Angst vor Kontrollverlust breit, oder die Angst verrückt zu werden. In einigen Fällen empfinden die Betroffenen eine Todesangst. Die Umwelt und die eigene Person werden nicht normal wahrgenommen.

Brust- und Bauchbereich

Bauch- oder Brustschmerzen machen den an einer generalisierten Angststörung Erkrankten zu schaffen. Häufig empfinden sie auch Übelkeit, Brechreiz, ein Beklemmungsgefühl oder Atembeschwerden, ohne dass eine organische Ursache vorliegt.

Symptome der Anspannung

An einer generalisierten Angststörung erkrankte Menschen können sich nicht entspannen. Sie sind ruhelos und haben permanent das Gefühl aufgedreht zu sein. Die Betroffenen sind nervös und leiden unter Muskelverspannungen.

Tipp: Hier kann im ersten Schritt eine Entspannungstechnik helfen. Die progressive Muskelrelaxation oder auch Meditation hilft den Betroffenen ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Allgemeine Symptome

Es können sich Hitzewallungen oder Kälteschauer einstellen. Ein Kribbelgefühl oder auch Gefühllosigkeit sind bei einer generalisierten Angststörung ebenfalls möglich.

Wenn eines oder mehrere Symptome über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger vorhanden sind, könnte eine generalisierte Angststörung vorliegen. Allerdings muss für diese Diagnose mindestens ein Symptom aus dem vegetativen Bereich stammen.

Therapiemöglichkeiten gibt es?

Angst vor der AngstEs besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie oder einer Psychotherapie. Ideal ist grundsätzlich die Psychotherapie, da die Betroffenen lernen, mit der Angst umzugehen und sich so von ihr befreien können. In Fällen, in denen die generalisierte Angst eine Therapie erschwert oder unmöglich macht, kann man mit Medikamenten unterstützen.

Medikamentöse Therapie

Hilfreich bei einer generalisierten Angststörung sind selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder selektive Serotonin-Noradreanalin-Wiederaufnahme-Hemmer. Sie regulieren die Arbeit der Neurotransmitter. Der Wirkstoff Pregabalin ermöglicht es z.B. die Angst auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Pregabalin reduziert die Aufnahme von Calcium in die Zellen und somit die Aktivität von Zellen. Benzodiazepine können kurzfristig eingesetzt werden. Dies geschieht allerdings nur in absoluten Notfällen, da diese Medikamente abhängig machen können.

Psychotherapie

Im Rahmen einer Psychotherapie lernen die Betroffenen mit ihren Ängsten und Sorgen umzugehen und die Beschwerden zu reduzieren. Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als besonders effektiv erwiesen. Wobei auch psychodynamische Verfahren durchaus hilfreich sind.

Die kognitive Verhaltenstherapie

In dieser Therapieform wird das Vertrauen des Betroffenen in seine eigenen Fähigkeiten gestärkt. Durch die gedankliche oder reelle Konfrontation mit der Angst, lernt er neue Verhaltensmuster. Er erlebt, dass die befürchteten Folgen nicht eintreffen, und lernt nach und nach mit Unterstützung des Therapeuten zielführende Verhaltensstrategien.

Psychodynamische Therapie

Diese Therapieform bearbeitet die Ängste, die damit verbundenen angstauslösenden Situationen und die psychische Struktur. Angst erhaltende Bedingungen und Inhalte werden analysiert und die auslösenden Bedingungen thematisiert. Das hohe Sicherheitsbedürfnis der Betroffenen steht hier im Mittelpunkt.


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