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Panikattacke nachts

Angst und Panikattacken

Schweißausbrüche, Herzrasen und nackte Angst, die sich wie eine kalte Hand um den Hals legt. Wer unter Panikattacken leidet, kennt diese Gefühle gut. Das fatale: Eine Panikattacke kann plötzlich und unerwartet ohne bestimmten Auslöser ausbrechen. Panikattacken sind eine Form der Angststörung. Nicht alle Patienten, die an einer Angststörung leiden, haben automatisch Panikattacken, sondern werden dauerhaft von einer diffusen, unerklärlichen Angst begleitet.

Die Angst vor der Angst

Angststörungen und Panikattacken können schnell chronisch werden. Betroffene erleben eine regelrechte Angst vor der Angst, weil sie befürchten jederzeit wieder eine Panikattacke oder das Gefühl von Angst zu erleiden. Da Attacken nahezu ohne jeden Auslöser und urplötzlich auftreten, können Angstpatienten nie sicher sein, in welchem Moment sie wieder heimgesucht werden. Dieser Zustand beeinträchtigt das tägliche Leben sehr, Betroffene verlassen häufig kaum mehr das Haus oder können wie gewohnt ihrer Arbeit nachgehen.

Panikattacken

Während viele Betroffene mit ihrer permanenten, diffusen Angst umgehen und leben lernen und sich an sie gewöhnen können, ohne dass das Umfeld etwas merkt, ist ein Umgang mit Panikattacken in dieser Form nicht möglich. Eine Panikattacke lähmt so sehr, dass kein normales, rationales Handeln möglich ist. Es kann zu Weinkrämpfen, Starre, Zittern oder gar Ohnmacht führen.

Umgang mit Panikattacken tagsüber

Angstpatienten entwickeln im Laufe der Zeit Methoden, einer auftretenden Panikattacke zu begegnen und die Symptome zu lindern. Tagsüber gelingt dies am besten durch Ablenkung. Auch Gespräche mit Freunden und der Familie sind dann hilfreich. Das Beschreiben der Symptome hilft hier besonders gut. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt und verhindert ein Abdriften der Panikgedanken und ein Versinken in der eigenen Panik.

Panikattacke nachts

Wenn es besonders still ist, der Rest der Welt schläft und die Zeit stillsteht, ist Panik besonders fatal. Eine Panikattacke nachts kostet wertvollen Schlaf und es ist schwieriger, wieder heraus zu finden.

Panikattacke NachtsBetroffene, die eine Panikattacke nachts bekommen, sind am nächsten Morgen völlig erschöpft, fühlen sich krank und können oftmals keinem normalen Tagesablauf folgen. Konzentrationsstörungen, chronische Müdigkeit, Haarausfall und Schwindel machen den folgenden Tag unerträglich. Wenn die Panikattacke nachts regelmäßig kommt, wenn der Körper versucht, zur Ruhe zu kommen, können chronische durch Schlafmangel bedingte Folgekrankheiten wie Herzerkrankungen oder Übergewicht auftreten sowie ein erhöhtes Diabetes- und Krebsrisiko entstehen.

Ein weiterer Faktor ist die permanente Angst der Betroffenen, dass sich eine Panikattacke nachts ereignen könnte, wenn sie allein, schutzlos und eigentlich auf der Suche nach Ruhe sind. Viele zögern die Schlafenszeit immer weiter hinaus, weil sie Angst haben, erneut eine Attacke zu erleiden und sowohl mit der eigentlichen Panikattacke nachts und den Folgen am nächsten Tag kämpfen zu müssen.

Nächtliche Panikattacke vermeiden

Um es erst gar nicht zu einer Panikattacke kommen zu lassen, können betroffene bestimmte Gewohnheiten ändern.

  1. Nicht gestresst ins Bett gehen. Auch wenn die Uhr tickt und morgen wieder zeitig aufgestanden werden muss, der Körper braucht eine gewisse Zeit, um herunterzufahren.
  2. Negatives oder Schlafraubendes vor dem Schlafen aufzuschreiben kann verhindern, dass die Gedanken weiter darum kreisen und Panik verursachen.
  3. Ein warmer Tee beruhigt Körper und Seele und hat einen gewissen Placebo Effekt, der Betroffenen etwas die Angst vor der Panikattacke nehmen kann.

Tipps um eine Panikattacke nachts zu überstehen

AngststörungNachts sind die Gegebenheiten anders, als am Tage. Wer von einer Panikattacke nachts befallen wird, muss diese oft allein bewältigen. Selbst wer nicht allein wohnt, möchte den Partner, die Familie oder Mitbewohner oft nicht wecken.

Deshalb ist es für die Panikattacke nachts besonders wichtig, eigene Methoden zu entwickeln, nicht in der Panik zu versinken. Schlaftabletten sind hier keine dauerhafte Lösung, da diese bei dauerhafter Einnahme süchtig machen können. Wer glaubt, seine Panikattacke nachts nur mit Medikamenten bekämpfen zu können, wird sie irgendwann präventiv nehmen und schon bald gar nicht mehr ohne einschlafen können.

Hier 3 Alternativen zu Medikamenten, um besser mit der Panikattacke nachts umgehen zu können:

Tipp 1: Symptome wahrnehmen

Das nüchterne und sachliche Wahrnehmen der Symptome hilft dabei, keine diffuse Panik aufkommen zu lassen, sondern Abstand zu nehmen.

Tipp 2: Gedanken im Hier und Jetzt halten

Die Gedanken nicht in die Vergangenheit oder eine unklare Zukunft schweifen lassen, da dies die Panik noch verstärken kann. Schlägt die Panikattacke nachts zu, können Sätze wie: „Was geschehen ist, ist geschehen, darüber muss ich jetzt nicht grübeln.“ Oder „Ich weiß nicht was zukünftig sein wird. Ich liege jetzt hier im Bett. Nur das weiß ich genau.“ Laut und wiederkehrend ausgesprochen werden.

Tipp 3: Atemtechniken

Tief und bewusst einatmen kann helfen, die Panikattacke nachts zu bewältigen. Auch die Atemzüge zu zählen, die gemacht werden, bis die Angst abebbt ist eine gute Methode, um die Gedanken zu begrenzen und auch beim nächsten Mal zu wissen: Das letzte Mal war es nach 20 Atemzügen wieder vorbei


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