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Panikattacke

Und plötzlich stehen Sie neben sich, Ihr Blick verengt und die entfernte Welt wird Ihnen schnell sehr nah. Ein Tunnel, als würden Sie durch ein Fernglas schauen. Sie erstarren und jeder Muskel in Ihrem Körper spannt und verkrampft sich. Sie stehen bewegungslos da und kommen weder vor noch zurück. Es schüttelt Sie kurz, Ihr Herz verkrampft und in Ihrem Kopf herrschen Turbulenzen. Es erfasst Sie ein unkontrollierbares Schwindelgefühl und reißt Sie fast um. Sie stehen kurz vor einer Ohnmacht, so Ihr Gefühl. Dann schwitzen Sie und Ihr Herz beginnt zu rasen. Und genauso plötzlich, wie es kam, ist es auch wieder verschwunden. Sie hatten eine Panikattacke.

Was ist eine Panikattacke?

Allgemein versteht man unter einer Panikattacke, das plötzliche Auftreten einer physischen und psychischen Alarmreaktion. Diese Stressreaktion ist auch unter dem Namen Flucht- oder Kampfreaktion bekannt und wird als eine rasch auftretende körperliche sowie seelische Anpassung eines Lebewesens an eine Stresssituation interpretiert.

PanikattackeDiese Verhaltensweise eines Organismus ist zunächst erst einmal positiv zu betrachten. Das Verhalten ist im Tierreich weit verbreitet und kommt in Mensch und Tier gleichermaßen vor. Das Lebewesen schützt sich damit selber vor einer vermeintlichen Gefahr oder ernsten Gefahr, z.B. einem Raubtier.

Der Körper des Individuums begegnet der Gefahrensituation mit einer Freisetzung von Adrenalin, welches dafür sorgt, dass sich Atem- und Pulsfrequenz erhöhen. Dies versetzt das Lebewesen in erhöhte Alarmbereitschaft und es wird aufmerksamer. Somit sichert sich das Individuum möglicherweise sein Überleben. Es kann sich z. B. tarnen oder verstecken, sich tot stellen, aber auch angreifen. Vor einer Reaktion wird es jedoch zunächst erstarren, es friert förmlich ein (engl., freeze) und ist so für kurze Zeit bewegungsunfähig. Daher wahrscheinlich auch der Ausdruck: Angst kann lähmen.

Damit verbunden wird Panik als eine große Stressreaktion empfunden und als ein Zustand intensiver Angst erlebt. Die Angst ist eines der Grundgefühle wie Freude, Furcht, Liebe, Hass und Traurigkeit, die Bestandteil jeder menschlichen Existenz sind. Angst ist eine Emotion und Gemütsbewegung. Angst bekämpft man durch Mut und ist mitunter eine Willensfrage.

Wie äußert sich eine Panikattacke?

Jeder Fünfte in Deutschland hat schon einmal eine Panikattacke bekommen. Mit einem Anteil von 60 bis 75 % liegt der Anteil der Frauen am Gesamtanteil geringfügig höher. Eine Panikattacke äußert sich bei jedem ähnlich. Die betreffende Person bekommt von einem Augenblick zum nächsten Atemnot und hat das Gefühl, dass sich die Brust verengt und einschnürt. Infolgedessen hyperventiliert die Person, sodass Hände und Gesicht anfangen zu kribbeln. Es folgen Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern und Schwindelgefühle. Angstgedanken wallen hoch, dass man möglicherweise sterben könnte oder vielmehr noch einen Herzinfarkt bekommt.

Das Herz krampft sich zusammen, als wäre es von einer Hand gepackt worden. Damit einhergehende Depersonalisationsgefühle, wie das Gefühl neben sich zu stehen, treten bei einer Panikattacke sehr häufig auf. Die Wirklichkeit wird zunehmend als fremd, unwirklich und bedrohlich wahrgenommen. Dies kann in gesteigerter Form sogar bis zur Agoraphobie und Platzangst führen, das heißt Angst davor zu haben, seine Wohnung zu verlassen. Menschenmengen wie in Bussen oder auf Plätzen werden als zunehmend bedrohlich angesehen und die Person reagiert zunehmend mit Isolation.

Die Gefahr häufig auftretender Panikattacken

Angststörung SymptomeDas Auftreten einer einzelnen Panikattacke stellt noch keine Erkrankung dar und wird von nahezu jedem Menschen in seinem Leben mindestens einmal durchlebt. Treten Panikattacken hingegen vermehrt und nacheinander auf, so kann sich dies bis zu einer Panikstörung steigern.

Die Panikstörung ist eine Angststörung, also eine plötzlich auftretende, exzessiv übertriebene Angstreaktion, auf eine eigentlich ungefährliche Situation ohne realen Bezugspunkt. Diese Form der Angststörung tritt dabei in Form von Panikattacken auf, die aus heiterem Himmel auf die Person einfallen. Die Ursache einer Panikattacke kann dabei psychischer Natur sein oder durch eine körperliche Krankheit, wie zum Beispiel einer Herzerkrankung, hervorgerufen worden sein.

Tipps zur Vermeidung von Panik

Zunächst erst einmal gilt, bei einer Stresssituation die Ruhe zu bewahren. Versuchen Sie Ihre Gefühle zu ordnen und sich bewusst zu machen, dass Sie eine Panikattacke haben und diese bald wieder abklingt. Machen Sie sich klar, dass Sie nicht in Gefahr sind. Bei einigen Phobien hat es sich in der Vergangenheit als nützlich erwiesen, sich der vermeintlichen Angst zu stellen. So kann eine Angst gegenüber Spinnen möglicherweise beseitigt werden, wenn man diese Tiere als ungefährlich einstuft, da man diese berührt hat. Nach einer Panikattacke sollte man dazu versuchen zu ergründen, was die plötzliche Alarmreaktion ausgelöst hat. Man sollte seinen Alltag nicht von der Angst bestimmen lassen und mit einer „Jetzt erst recht Reaktion“ sich Angst machenden Situationen, wie Menschenmengen, stellen.

Eine gesunde Ernährung und das Ergründen seines eigenen Körpers, seiner seelischen und körperlichen Natur, sind hilfreich, einer Angst machenden Situationen schon im Vorfeld gelassener entgegenzuwirken. Sport steigert dabei das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein.

Nach einem stressigen Arbeitstag ist Entspannung eine hervorragende Methode, um den Körper wieder herunterzufahren. Meditation und autogenes Training steigert die Lebensqualität enorm und wirkt von vornherein Stress mildernd. Meditation kann aber auch eine schon empfundene Angst dämpfen und diese möglicherweise sogar beseitigen.

Als natürliches Heilmittel gegen Panik und Angst hat sich das Johanniskraut sehr bewährt. Nach einer circa zweiwöchigen Einnahme tritt bei Angstpatienten oft eine spürbare Besserung ein. Johanniskraut reguliert im Stoffwechsel gleich eine ganze Reihe diverser Hormone und Neurotransmitter im Gehirn. Es beeinflusst so nachhaltig den Schlaf, der als entspannt und erholt wahrgenommen wird. Die Stimmung nach der Einnahme von Johanniskraut hellt sich merklich auf und man erreicht einen Zustand von Zuversicht und innerer Gelassenheit. Somit werden die Nerven belastbarer und die Konzentrationsfähigkeit steigt. Ein erster Schritt gegen die Panikattacke ist getan.

Hinweis: Sollten Sie akut und häufig an Panik leiden, ist es Ihnen dringend anzuraten, sofort einen Arzt zu konsultieren. Haben Sie keine Angst vor der Diagnose und gehen Sie mit dem Thema neutral um.


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