Skip to main content

Zwangsgedanken

Was sind Zwangsgedanken?

Hierbei handelt es sich um eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene zwanghaft an etwas denken müssen und hiermit nicht aufhören können. Die Gedanken sind meist negativ, wiederkehrend und auf Dauer stark belastend. Die Stärke und die Intensität der Zwangsgedanken können stark variieren. Grundsätzlich können Zwangsgedanken in unterschiedlichen Zeitintervallen auftreten. Während einige Betroffene nur hin und wieder unter Schüben leiden, können andere Betroffene ihre zwanghaften Gedanken den ganzen Tag über nicht „abschütteln“.

Gründe für diese Angststörung

ZwangsgedankenDas Auftreten von Zwangsgedanken kann sehr unterschiedliche Gründe haben.

In der Regel basieret die Angststörung jedoch auf eine Depression und somit auf eine psychische Erkrankung.

Psychische Erkrankungen verheilen in den meisten Fällen nicht von selbst wieder, so dass es in jedem Fall ratsam ist, einen Arzt oder Psychologen zu konsultieren.

Viele Betroffene haben in ihrer Vergangenheit, meist in ihrer Kindheit oder Jugend, traumatische Dinge erlebt und sind nicht selten Opfer körperlicher oder psychischer Gewalt geworden.

Hinweis: Bei den Betroffenen gibt es keine alters- oder geschlechtsspezifischen Merkmale: Zwangsgedanken können sowohl Männer als auch Frauen, jüngere Menschen und ältere Menschen und Menschen aus jeder gesellschaftlichen Schicht betreffen.

Die Folgen

Betroffene, die unter Zwangsgedanken leiden, können auf Grund ihrer oftmals mit den Zwangsgedanken einhergehenden Depressionen teilweise nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen und sind in der Folge gesellschaftlich isoliert. Da vielen Menschen auch noch heutzutage das Verständnis für psychische Erkrankungen fehlt, werden die Probleme der Zwangsgestörten häufig nicht ernstgenommen und im schlimmsten Fall werden die Betroffenen sogar ausgegrenzt oder verhöhnt. Auf Grund dieser häufigen negativen Reaktionen ihrer Mitmenschen, nehmen die Zwangsgedanken der Betroffenen nur noch mehr zu, so dass sich ein Teufelskreis entwickelt.

Grundsätzlich handelt es sich bei Zwangsgedanken um belastende und immer wiederkehrende negative Gedanken, die Ängste, Unbehagen und Selbstzweifel auslösen. Auch das Selbstbewusstsein kann stark unter den Zwangsgedanken leiden. Gerade weil die Betroffenen sehr viel Zeit darin investieren, ihre belastenden Gedanken loszuwerden, werden Freunde, Familie, Hobby und der Beruf häufig vernachlässigt. Die Teilhabe an einem „normalen Leben“ erscheint schnell immer unmöglicher.

Inhalte von Zwangsgedanken

Die negativen Gedanken, deren Ausmaß, deren Häufigkeit und deren Intensität sind immer individuell und variieren von Person zu Person.

Die hat den Grund, dass jeder Mensch in seinem Leben unterschiedliche Erfahrungen macht, individuell fühlt und Dinge verarbeitet. Häufig beschäftigen sich Betroffene von Zwangsgedanken während ihrer Schübe mit Gedanken daran, andere Menschen oder Tiere zu verletzen.

Angst vor KrankheitenDies auch, wenn es sich bei den Betroffenen eigentlich nicht um Personen handelt, die zu Gewaltausbrüchen neigen.

Auch der, besonders beschämende, Gedanke, ein Kind zu verletzen (beispielsweise durch Missbrauch oder körperlicher Gewalt), tritt häufig im Rahmen von Zwangsgedanken auf.

Zu den weiteren möglichen Gedanken von Zwangsgedanken gehören das ständige Planen täglicher Abläufe und Routinen, ein übermäßiges Putzen und Waschen wegen einer Angst vor Krankheitserregern, das fortlaufende Zählen von Dingen des Alltags und das ständige Rechnen von vorhandenem Geld und Besitztümern, welches einem wirtschaftlichen Kontrollverlust entgegensteuern soll.

Was hilft?

Bevor aktiv Maßnahmen gegen die negativen Gedanken getroffen werden können, müssen Betroffene ihre Störung erst einmal selbst erkennen, sich diese eingestehen und sich helfen lassen wollen. Auch wenn dies im ersten Augenblick besonders schwer erscheint, ist es ein wichtiger erster Schritt, mit Vertrauenspersonen, wie zum Beispiel Angehörigen oder Freunden, über die belastenden Gedanken zu sprechen. Nur so können die Betroffenen während ihres Therapieprozesses Hilfe und Unterstützung von anderen Menschen erhalten.

Fachleute empfehlen, um die Symptome der Zwangsgedanken effektiv einzudämmen, unterschiedliche Vorgehensweise:

  1. Progressive Muskelentspannung ist eine Entspannungstechnik, die nachweislich bei gezielter und richtiger Anwendung die negativen Gedanken lindern oder sogar vollständig unterdrücken kann.
  2. Die Konzentration auf positive Gedanken, die sogenannten „affirmativen Gedanken“, kann dazu führen, dass Betroffene ihre Denk- und Handlungsweisen überdenken und in eine positive und „gesunde“ Richtung verändern. Affirmative Gedanken können dauerhaft das Selbstbewusstsein steigern und die Gedanken wieder „in eine positive Bahn lenken“.
  3. Auch eine gezielte Ablenkung von den negativen Gedanken kann sehr hilfreich sein. Betroffene sollten so viel Zeit wie möglich mit positiven Dingen und in der angenehmen Umgebung von Freunden und Verwandten verbringen. Freunde zu treffen, Sport zu machen, Gesellschaftsspiele zu spielen oder Bilder zu malen können eine sehr wirksame Möglichkeit sein, sich von negativen Gedanken abzulenken.
  4. Ein weiterer möglicher Weg, um sich von den Problemen frei zu machen, ist die sogenannte „Endkatastrophierung“. Im Rahmen dieser Maßnahme beschäftigen sich Betroffene gezielt mit den möglichen Folgen ihrer Visionen und erkennen häufig, dass diese gar nicht so schlimm sind, wie zuvor angenommen.

Ähnliche Beiträge